Ratgeber · Websites · 5 Min. Lesezeit
Was passiert, wenn sich niemand um die Website kümmert?
Veraltete Inhalte, abgelaufenes Zertifikat, ein Formular, das still versagt – was ohne Pflege schiefgeht und was du selbst prüfen kannst.
Die Website ist online, die ersten Anfragen kommen, und dann passiert lange nichts. Das ist normal. Eine Website ist kein Projekt, das man einmal abschließt und dann vergisst. Sie altert, auch wenn niemand etwas an ihr ändert. Meist merkt man das nicht sofort, sondern erst, wenn ein Kunde anruft und fragt, ob es den Betrieb noch gibt. Hier siehst du, was ohne Pflege typischerweise schiefgeht – und was du selbst dagegen tun kannst.
Inhalte, die nicht mehr stimmen
Das häufigste Problem ist gar kein technisches. Ein Malerbetrieb hat seit dem Frühjahr andere Öffnungszeiten, auf der Website stehen noch die alten. Eine Coachin hat ihre Preise angepasst, online steht der Stand von vor zwei Jahren. Auf der Teamseite lächelt ein Mitarbeiter, der längst woanders arbeitet.
Für dich sind das Kleinigkeiten. Für einen neuen Kunden sind es Hinweise. Wer vor verschlossener Tür steht oder im Gespräch einen anderen Preis hört als online, fragt sich, was sonst noch nicht stimmt. Veraltete Inhalte kosten selten sofort einen Auftrag, aber sie kosten Vertrauen.
Das Zertifikat läuft ab
Das kleine Schloss in der Adresszeile zeigt, dass die Verbindung zu deiner Website verschlüsselt ist. Dahinter steckt ein SSL-Zertifikat, und das hat ein Ablaufdatum. Oft wird es automatisch verlängert. Aber eben nicht immer: Der Hosting-Vertrag wurde umgestellt, eine Einstellung hat sich geändert, eine Zahlung ist fehlgeschlagen.
Läuft das Zertifikat ab, zeigen Browser eine deutliche Warnung, bevor sie deine Seite überhaupt öffnen. Viele Besucher springen an dieser Stelle ab. Verständlich, denn die Warnung klingt, als wäre die Seite gefährlich.
Das Formular, das still versagt
Dieser Fehler ist der tückischste, weil ihn niemand bemerkt. Das Kontaktformular sieht aus wie immer. Besucher füllen es aus, klicken auf „Senden“ und bekommen eine Bestätigung. Nur kommt bei dir keine E-Mail an.
Die Gründe sind oft banal: Ein Postfach wurde geändert, der Mailserver hat neue Regeln, die Nachrichten landen im Spam oder werden gar nicht erst zugestellt. Die Anfragen sind einfach weg. Der Kunde denkt, du meldest dich nicht, und fragt beim nächsten Betrieb an. Du denkst, es ist gerade ruhig.
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Schick dir regelmäßig selbst eine Testanfrage über dein eigenes Formular.
Tote Links und fehlende Sicherung
Mit der Zeit zeigen Links ins Leere. Ein Partnerbetrieb hat seine Website umgebaut, ein verlinktes PDF gibt es nicht mehr, eine Unterseite wurde umbenannt. Jeder einzelne tote Link ist kein Drama. Zusammen wirken sie wie ein Haus, in dem ein paar Glühbirnen durchgebrannt sind. Und auch Suchmaschinen werten eine Seite voller Fehlermeldungen in der Regel nicht als gepflegt.
Dazu kommt die Frage, ob es eine aktuelle Sicherung gibt. Solange alles läuft, denkt niemand daran. Wenn aber das Hosting gekündigt wird, jemand aus Versehen etwas löscht oder der Anbieter ein Problem hat, ist die Sicherung der Unterschied zwischen „morgen wieder online“ und „alles noch mal von vorn“.
Die Domain wird nicht verlängert
Deine Domain, also die Adresse deiner Website, ist gemietet und muss regelmäßig verlängert werden. Meist passiert das automatisch. Problematisch wird es, wenn die Rechnung an eine alte E-Mail-Adresse geht, die hinterlegte Karte abgelaufen ist oder die Domain noch auf den Namen einer Agentur läuft, die es nicht mehr gibt.
Läuft eine Domain aus, ist nicht nur die Website weg. Oft hängen auch die E-Mail-Adressen daran. Deshalb gilt: Die Domain sollte auf deinen Namen laufen, und du solltest wissen, wo sie verwaltet wird.
Systeme mit Datenbank und Plugins
Viele Websites laufen auf einem System mit Datenbank und Erweiterungen, sogenannten Plugins. Solche Systeme brauchen regelmäßig Updates. Für das System selbst, für das Design, für jedes einzelne Plugin. Bleiben die Updates liegen, entstehen Sicherheitslücken, die bekannt sind und gezielt ausgenutzt werden. Und manchmal bricht nach einem Update etwas anderes, weil zwei Erweiterungen nicht mehr zusammenpassen.
Statische Websites haben dieses Problem kaum. Sie bestehen aus fertigen HTML-Seiten, ohne Datenbank und ohne Plugins, die aktualisiert werden müssten. Deshalb bauen wir so. Wartungsfrei ist aber auch eine statische Seite nicht. Inhalte, Zertifikat, Formular, Links, Domain und Sicherung brauchen trotzdem ab und zu einen Blick. Die Technik drumherum hört nicht auf, sich zu verändern.
Deine Checkliste zum Selbermachen
Vieles davon kannst du selbst prüfen. Einmal im Monat reichen dafür meist zwanzig Minuten.
- Formular testen: Schick dir selbst eine Anfrage und prüf, ob sie ankommt. Schau auch im Spam-Ordner nach.
- Inhalte durchlesen: Stimmen Öffnungszeiten, Preise, Telefonnummer, Adresse und Team noch?
- Schloss prüfen: Öffne deine Website im Browser. Erscheint eine Warnung, kümmere dich sofort darum.
- Auf dem Handy ansehen: Lädt die Seite schnell? Findest du die Telefonnummer ohne Suchen?
- Links anklicken: Zumindest die wichtigsten, etwa zu Partnern, Downloads oder deinem Google-Unternehmensprofil.
- Domain im Blick behalten: Wo wird sie verwaltet, auf wen läuft sie, wann wird sie verlängert?
- Sicherung klären: Gibt es eine aktuelle Kopie deiner Website, und weißt du, wer sie im Notfall einspielen kann?
Schreib dir einen festen Termin in den Kalender. Die Liste ist schnell abgehakt, wenn nichts ist. Und wenn etwas ist, merkst du es, bevor es deine Kunden merken.
Wenn du das nicht selbst machen willst
Nicht jeder hat Lust, jeden Monat Formulare zu testen und Ablaufdaten nachzuschlagen. Das ist verständlich, du hast einen Betrieb zu führen. Für genau diese Aufgaben gibt es unsere Pflege in zwei Stufen. Mit Pflege Technik ab 35 € im Monat kontrollieren wir jeden Monat Erreichbarkeit, Formular und Links, sichern deine Website und überwachen das SSL-Zertifikat. Du hast einen festen Ansprechpartner. Inhalte ändern wir in dieser Stufe nicht. Pflege Betreuung ab 119 € im Monat enthält zusätzlich Änderungen bis 60 Minuten im Monat, etwa neue Öffnungszeiten oder ein neues Teammitglied, und einen kurzen Monatsbericht. Alle Stufen im Vergleich findest du auf der Seite Preise. Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.
Mehr dazu, wie wir Pflege und Hosting handhaben, liest du im Abschnitt Pflege und Hosting. Und wenn du unsicher bist, ob deine Website gerade in Ordnung ist, schreib uns über das Kontaktformular.